Dieses Konzept, das Ende des 20. Jahrhunderts entstand und ab 2006 von den Ärzten Laura H. Kahn und Thomas P. Monath sowie dem Tierarzt Bruce Kaplan verstärkt geprägt wurde, bezieht sich auf die Tatsache, dass die Gesundheit unserer Nutztiere grundlegend für die Gesundheit der Menschen ist.
Das Konzept One Health erweitert das traditionelle veterinärmedizinische Motto „Hygia pecoris, salus populi“ („Die Hygiene des Viehs ist die Gesundheit der Menschen“) um einen dritten grundlegenden Punkt in der Gleichung: die Gesundheit des Ökosystems.

Ein auf der Bodengesundheit basierendes Farmmodell durch eine angemessene Weideverwaltung, bei dem das Tierwohl im Vordergrund steht, führt zu einem nahrhafteren und somit gesünderen Fleisch für den menschlichen Verzehr. Es handelt sich um eine andere, viel umfassendere Sichtweise auf die Beziehung zwischen Viehzucht und menschlicher Gesundheit.
Weit davon entfernt, zufällig zu sein, enthält Fleisch von Wiederkäuern, die zu 100 % mit Gras gefüttert werden, mehr Omega-3-Fettsäuren (die für die neurologische Funktion und das Herz-Kreislauf-System von Vorteil sind), weniger Omega-6-Fettsäuren (mit entzündungsfördernder Wirkung) und einen höheren Anteil an antioxidativen Beta-Carotinen (Vorstufen der Vitamine A und E). Im Fall von Weidehähnchen enthalten ihre Produkte 91 % mehr Omega 3, 52 % weniger gesättigte Fettsäuren und 407 % mehr Vitamin E (Quellen: Asociación de Productores de Carne de Pasto und APPPA- American Pastured Poultry Producers Association). Kurz gesagt, Tiere, die aus ernährungsphysiologischer und tiergesundheitlicher Sicht gesünder sind, da ihr Wohlbefinden und die Abwesenheit von Stress zu einem besseren Immunsystem und damit zu weniger Krankheiten führen.

Andererseits macht die gezielte Beweidung der Tiere, die auf schnellen Bewegungen der Weidefläche (weniger als 3-4 Tage) mit anschließenden langen Ruhezeiten basiert, gut bewirtschaftete Weiden zu einem wichtigen Instrument im Kampf gegen den Klimawandel. Die Wiesen verwandeln sich in große Senken für atmosphärischen Kohlenstoff und erhöhen die Wasserrückhaltefähigkeit des Bodens (eine Steigerung von 1 % der organischen Substanz im Boden hat die Fähigkeit, 100.000 Liter pro Jahr und Hektar zurückzuhalten). All dies trägt zweifellos dazu bei, die Auswirkungen des Klimawandels abzumildern und besser zu verkraften.

Es ist faszinierend zu beobachten, wie alle Elemente vernünftig ineinandergreifen. Wir müssen keine neuen Maschinen entwickeln, sondern nur auf die Prozesse achten, die sich auf natürliche und äußerst effiziente Weise über Millionen von Jahren entwickelt haben, von ihnen lernen und versuchen, sie so getreu wie möglich zum Wohle des globalen Nutzens nachzuahmen.
Vielen Dank, dass ihr all dies möglich macht. Eure Wahl verändert die Welt.
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José Luis García de Castro
Isabel Martínez de Bartolomé
